Der Rhein liegt mir sehr am Herzen. Geboren in Neuwied habe ich meine ersten Lebensjahre auf der anderen Rheinseite verbracht und habe dabei den Rhein buchstäblich vor der Haustür gehabt. Der Zustand des Rheinufers macht mich an so mancher Stelle echt sprachlos.
Es gibt den ein oder anderen Ort am Rhein, der mir besonders am Herzen liegt und den ich auch mit persönlichen Erlebnissen verbinde. Dazu zählen Brohl-Lützing, Andernach, Weißenthurm und Neuwied. Und wann immer es die Zeit erlaubt, genieße ich Zeit am Rhein. Dieser ist seit Ewigkeiten Lebensader der Menschen, nicht nur in unserer Region. Schlimm ist es oft mit anzusehen, wie rücksichtslos manche Menschen sind, die auch Zeit am Rheinufer verbringen und sinnlos ihren Müll dort hinterlassen.
Der Rhein von Brohl-Lützing bis Kaltenengers
Vor ein paar Jahren habe ich schon sporadisch ab und an Müll am Rheinufer gesammelt. Damals hatte ich noch den lieben Ben an meiner Seite und der Gedanke, er könnte mal in eine der zahlreichen Glasscherben treten, ließ es mir eiskalt den Rücken herunterlaufen und ich nahm ihn nie mit ans Rheinufer. Dann war ich eine Zeit lang nicht mehr dort, aber die Suche nach Steinen am Rhein hat mich dann zu der Idee gebracht, das eine mit dem anderen zu kombinieren.
So habe ich vorletzte Woche an ein, zwei Tagen rund 5 Stunden Steine und Müll an zwei verschiedenen Stellen in Brohl-Lützing gesammelt und dabei ein großes blaues Fass gefunden, welches auch direkt am Wasser lag. Bevor es am Ende noch weggespült worden wäre, habe ich es direkt vom Wasser weg geholt und „in Sicherheit“ gebracht. Eine E-Mail an den Bürgermeister mit den Koordinaten und der Bitte, es da wegzuholen, genügte und man kümmerte sich um die Sache. Verbunden mit einem Dank für mein Engagement, was ich sehr nett finde.
Danach war ich dann an einer anderen Stelle, nämlich in Weißenthurm. Gleiches Spiel wie auch in Brohl-Lützing. Sehr viel Glas, wovon einiges schon aussah, als ob es länger da liegen würde. Mit meinem Greifer und meinen zwei Taschen (eine für Steine und eine für Müll) verbrachte ich fast 3 Stunden am wunderschönen Rheinufer. Bei ab und an leichtem Regen ließ ich mir den Wind um die Nase wehen und sammelte am Ende 5,3 Kilo Müll, wovon das Meiste tatsächlich Glas war.

Dabei begegnete mir gegen Ende meiner Tour ein Mann mit einem wunderschönen Hund, mit dem ich ein paar nette Worte wechselte. Ich tat meine Befürchtung kund, dass der Hund in Glas treten könnte, war aber dann doch etwas beruhigt, da ich schon einen großen Teil weggenommen hatte. In dem Moment wusste ich, warum ich mir die Arbeit mache und jedes noch so kleine Stück Glas, welches ich entdecke, aufhebe und mitnehme.

Mein letzter Besuch für diesen Bericht war in Kaltenengers. Da habe ich die süße Nilgans-Familie gesehen und – Überraschung – wieder viel Müll. Unter anderem ein großes Rollerteil aus Plastik und viel Glas.
Ein Rheinufer ohne Müll! Ein Traum?
Wäre es nicht schön, wenn Hunde, Kinder, Wildtiere und alle anderen sorglos am Rhein spazieren gehen und ihre Zeit da verbringen könnten? Ohne Müllberge und ohne in Glasscherben zu treten?
Wenn jeder mithilft, können sowohl Mensch als auch Tier die Zeit an Vater Rhein sorgloser genießen. Dabei muss auch nicht jeder Müll sammeln. Es wäre schon mal ein guter Anfang, den eigenen Müll mitzunehmen und nicht achtlos einfach liegenzulassen. Und vielleicht findet sich ja auch der ein oder andere, der auch mal die Greifzange schwingt und ein bisschen Müll sammelt. Soweit ich weiß, kann man das auch bei speziellen Müllsammel-Aktionen machen. Aber es kann auch jeder so machen, wie er Zeit hat, und trägt damit ein bisschen dazu bei, dass der Rhein sauberer und einfach wieder mehr ein Wohlfühlort wird. Denn wer will schon, dass das eigene Kind, der eigene Hund oder auch man selbst in Glas oder anderen Müll tritt? Und ein Picknick neben Plastikmüll und mit Glasscherben im Popo ist auch keine tolle Sache ^^

Unsere Heimat – Eine Wohlfühlgegend
Es lohnt sich nicht nur für uns selbst, besser darauf zu achten, dass nicht überall Müll herumliegt. Als ausgebildete Gästeführerin weiß ich, dass unsere Gegend ein großer Tourismusmagnet ist und wir dies auch weiter ausbauen möchten. Dabei möchten wir aus der Region rund um den Laacher See bzw. der Eifel doch positiv im Gedächtnis der Leute bleiben und nicht, weil hier überall Müll herumliegt. Ich habe es jetzt schon ein paar Mal gehabt, dass ich mich vor meinem Mann (der aus England kommt) geschämt habe, wie es an manchen Stellen bei uns aussieht. Damit meine ich natürlich nicht, dass in anderen Gegenden bzw. Ländern kein Müll herumliegt. Aber wäre es nicht schön, wenn unsere Gegend unter anderem dafür bekannt wäre, dass es hier besonders sauber ist?
Ich würde mich freuen mit meinem Bericht und auch Fotos ein paar Leute inspirieren zu können mitzumachen. Gerne kann man sich auch mal zu gemeinsamen Aktionen zusammenschließen. So war ich vor 2 Wochen auch an einer Stelle in Neuwied, da lag aber so viel und zudem so große Teile herum, dass ich das nicht alleine schaffe. So habe ich da „nur“ kleine Teile wie Glas und Plastik sammeln können.
Hier mal ein paar Eindrücke, was ich so bei meinen 3 Sammelgängen gesehen habe. Dabei gab es natürlich auch viel Interessantes (wie immer am Rhein) zu sehen und auch sehr nette Leute, mit denen ich inspirierende Gespräche geführt habe. Und natürlich sehr tolle Hunde, was mich als riesiger Hundefan immer besonders freut.







Das Rheinufer ist eine tolle Gelegenheit, Zeit in der Natur zu verbringen und die kleinen und großen Wunder der Eifel zu entdecken.
Bis bald in der Eifel – ohne jeden Zweifel🌲🌳

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Ich bin Daniela, Ergotherapeutin und Kräuterpädagogin. Viel Spaß auf Heimathaben!




