Riesig, schön und gefährlich: Die Herkulesstaude in Mayen und Umgebung

by Daniela

Eine Pflanze, die bis zu fünf Meter in die Höhe wachsen kann, deren gewaltige weiße Blütendolden schon von Weitem ins Auge fallen und deren Pflanzensaft in Verbindung mit Sonnenlicht schwere Hautreaktionen, wenn nicht sogar Verbrennungen hervorrufen kann. Klingt beinahe wie eine botanische Erscheinung aus einem düsteren Märchen. Kein Wunder also, dass selbst die britische Rockband Genesis ihr in den 70er-Jahren einen eigenen Song widmete und darin von einem gigantischen Riesen-Bärenklau erzählt, der sich zum Ziel gemacht hat, die Herrschaft über die Menschheit zu übernehmen.

Ganz so dramatisch ist die Wirklichkeit natürlich nicht. Dennoch ist die Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt, eine Pflanze, der man besser mit einer gewissen Vorsicht begegnet. Und dafür muss man keineswegs in ferne Länder reisen: Auch in Mayen und der umliegenden Region hat der imposante Riese längst Wurzeln geschlagen.

Vor Wochen habe ich sie bereits im Nettetal finden können, habe Fotos gemacht und sie gemeldet. Ich hatte vor Jahren bereits gelesen, man soll sie melden, damit sie entfernt wird und somit die Gefahr eingedämmt werden kann. Antwort habe ich auf meine E-Mail mit Bildern und genauem Standort keine bekommen. Wegen einer anderen Angelegenheit habe ich dann mit jemandem von der Stadt Mayen telefoniert und auch die Herkulesstaude angesprochen. Die Antwort war, dass aufgrund der Vielzahl der Pflanzen nicht für jede ausgerückt werden und diese beseitigt werden kann. Okay…

Herkulesstaude Mayen 05

Wo wächst die Herkulesstaude?

Die Herkulesstaude fühlt sich vor allem an sonnigen, feuchten und nährstoffreichen Standorten wohl. Häufig ist sie an Flussufern, auf brachliegenden Grünflächen, an Straßenrändern und Bahndämmen sowie an Waldrändern und in lichten Wäldern zu finden. Besonders kräftig wächst sie an sonnigen Standorten mit frischen bis feuchten Böden, während sie im Halbschatten oder auf trockeneren Böden meist kleiner bleibt und weniger üppig blüht.

Auch auf Überflutungsflächen, Äckern und nicht mehr bewirtschafteten Wiesen kann sich der Riesen-Bärenklau ausbreiten. Dort verschafft ihm sein enormes Höhen- und Blattwachstum einen entscheidenden Vorteil: Mit seinen gewaltigen Blättern nimmt er anderen Pflanzen das Licht und kann sie dadurch zunehmend verdrängen.

Und wo in und um Mayen?

Letztes Jahr habe ich die Herkulesstaude in der Nähe von Schloss Bürresheim am Ufer der Nette gefunden. Das war auch das erste Exemplar, welches ich je gesehen hatte.

In diesem Jahr wurde ich wieder an der Nette fündig, aber dieses Mal weitaus einfacher für Spaziergänger (und auch Kinder!) zu erreichen. Es handelt sich dabei um ein Stück am Ufer der Nette, welches kurz nach der Brücke bei der Hammesmühle in Richtung Stadion in Mayen auf der linken Seite erscheint. Dort sind mehrere Pflanzen zu finden, die ich auch gemeldet habe. Sie sind bereits vom Wanderweg aus zu sehen und aufgrund der enormen Größe auch von Weitem als Herkulesstaude zu erkennen.

Das ist natürlich nur ein kleiner Einblick, wo diese Pflanze bei uns wächst. Die Ausbreitung schreitet weiter voran. 

Herkulesstaude Mayen 06

So erkennt man die Herkulesstaude – und hält besser Abstand

Umso wichtiger ist es, die Herkulesstaude oder auch Riesen-Bärenklau genannt, zu erkennen und zu meiden. Bereits Kindern sollte die Bestimmung nahegelegt werden, damit sie wissen, dass sie diesen imposanten Riesen auf keinen Fall anfassen sollten, da sonst schlimme Verbrennungen drohen.

Hier das Wichtigste im Überblick:

  • Wuchshöhe: meist bis zu 3 Meter, unter günstigen Bedingungen auch deutlich höher
  • Stängel: sehr dick, kräftig und gefurcht; häufig mit auffälligen purpurroten bis weinroten Flecken
  • Blätter: riesig, tief eingeschnitten und stark gezähnt; einzelne Blätter können mit Stiel mehrere Meter lang werden
  • Blüten: zahlreiche kleine, weiße Blüten in riesigen, schirmartigen Dolden
  • Blütendolden: häufig 30 bis 50 Zentimeter breit, teilweise noch größer
  • Blütezeit: hauptsächlich Juni bis Juli
  • Gesamterscheinung: außergewöhnlich groß und kräftig – ausgewachsene Pflanzen überragen einen Menschen deutlich

Besonders charakteristisch für die Herkulesstaude ist die Kombination aus ihrer enormen Größe, den riesigen, tief eingeschnittenen Blättern, den großen weißen Blütendolden und dem kräftigen, häufig purpurrot gefleckten Stängel. Dennoch ist Vorsicht geboten: Vor allem junge oder kleinere Exemplare können mit dem heimischen Wiesen-Bärenklau oder anderen Doldenblütlern verwechselt werden. Im Zweifelsfall gilt deshalb: Lieber Abstand halten und die Pflanze keinesfalls mit bloßen Händen berühren.

Herkulesstaude Mayen 02

Herkulesstaude Mayen 04

Warum ist diese Pflanze so gefährlich?

Die eigentliche Gefahr der Herkulesstaude steckt in ihrem Pflanzensaft. Dieser enthält sogenannte Furocumarine – phototoxische Substanzen, die in nahezu allen Teilen der Pflanze vorkommen. Gelangt der Saft auf die Haut und wird die betroffene Stelle anschließend dem Sonnenlicht beziehungsweise der UV-Strahlung ausgesetzt, kann es zu schweren Hautreaktionen kommen. Möglich sind starke Rötungen, schmerzhafte Blasen und verbrennungsähnliche Verletzungen, die teilweise erst Stunden oder sogar Tage nach dem Kontakt sichtbar werden und in schweren Fällen Narben hinterlassen können.

Besonders tückisch ist, dass der Kontakt mit dem Pflanzensaft zunächst unbemerkt bleiben kann. Deshalb sollte die Herkulesstaude niemals mit bloßen Händen berührt werden. Gelangt dennoch Pflanzensaft auf die Haut, sollte die betroffene Stelle möglichst schnell gründlich mit Wasser und Seife gewaschen und anschließend für mindestens 48 Stunden konsequent vor Sonnenlicht geschützt werden.

Achtung, auch Hunde sind gefährdet!

Auch Hunde können durch den Pflanzensaft der Herkulesstaude gefährdet werden. Besonders empfindlich sind wenig behaarte Hautstellen wie Nase, Bauch und Innenseiten der Beine. Zudem kann Pflanzensaft am Fell haften und beim Streicheln auf die menschliche Haut übertragen werden. Hunde sollten deshalb auch von der Pflanze ferngehalten werden.

Was tun, wenn man eine Herkulesstaude entdeckt?

Wer eine Herkulesstaude entdeckt, sollte vor allem eines tun: Abstand halten und die Pflanze keinesfalls mit bloßen Händen berühren. Besonders Kinder sollten auf die Gefahr aufmerksam gemacht und von der Pflanze ferngehalten werden.

Herkulesstaude Mayen 03

Wächst der Riesen-Bärenklau auf öffentlichen Flächen, an Wegen, Spielplätzen oder anderen stark frequentierten Orten, kann der Fund der zuständigen Gemeinde, Stadtverwaltung oder dem örtlichen Ordnungsamt gemeldet werden. Hilfreich sind dabei ein Foto und eine möglichst genaue Angabe des Fundortes. Von einer eigenständigen Entfernung der Pflanze ohne entsprechende Schutzkleidung und Sachkenntnis ist abzuraten, da insbesondere beim Abschneiden Pflanzensaft auf Haut und Augen gelangen kann.

Bitte seid vorsichtig und passt auf euch und eure Lieben auf! 

Speichere diese Grafik, damit du auch unterwegs immer weißt, wie du die Pflanze erkennst! 

Infobild Herkulesstaude

Die Fotos zeigen die von mir gemeldeten Pflanzen im Nettetal. 

Bis bald in der Eifel – ohne jeden Zweifel🌲🌳

Schriftzug Dani

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