Auch 50 Jahre nach seiner Schließung ist der Sterngarten den meisten Mayenern noch immer ein Begriff für einen Mythos, der seinesgleichen sucht. Nun lebt der Zauber wieder auf, in Form eines grandiosen Theaterstückes im Rahmen der Burgfestspiele Mayen.
Der Sterngarten, das war nicht einfach nur eine Kneipe. Er war ein Ort, an dem sich Menschen aus nah und fern zusammenfanden und an dem mehr als eine legendäre Geschichte geschrieben wurde. Im Juli 1979 fand die letzte Tanzveranstaltung statt und anschließend schloss diese heiß geliebte Location für immer ihre Türen. Damit mag dieser Ort vielleicht rein physisch aus dem Stadtbild verschwunden sein, aber bei weitem nicht aus dem Herzen der Mayener Bevölkerung. Grund genug für eine Handvoll talentierter Bürgerschauspieler, zusammen mit den Burgfestspielen das Flair dieses besonderen Ortes auf die Bühne zu bringen.

Die Legende Sterngarten – Eine Mayener Erfolgsgeschichte
Was vor gut 150 Jahren als Gaststätte „Stern“ in der Brückenstraße unter der Leitung der Familie Müller begann, entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts schließlich in der Koblenzer Straße weiter zu einem Betrieb mit einem sogenannten Baumgarten, der ihm schließlich den Namen „Sterngarten“ einbrachte. Im Jahr 1887 wurde dieser durch Anton Colmie übernommen und in den folgenden Jahren um weitere Teile erweitert. 1901 bildete eine kleine Trinkhalle mit Außenverkauf den vorläufigen Abschluss der baulichen Veränderungen. 1903 folgte dann ein neues Hotel- und Gaststättengebäude, worauf 1908 der Bau eines großen Saals folgte. Weitere Veränderungen am Sterngarten folgen beispielsweise durch Übergabe an die nächste Generation in der Familie Colmie oder auch durch den Krieg.
Nach dem Krieg war der Sterngarten die größte Einrichtung seiner Art in Mayen und brachte es auf über 400 m2 Nutzfläche. Der größte Teil des öffentlichen Lebens von Mayen spielte sich hier ab. Zahlreiche Veranstaltungen unterschiedlichster Art fanden hier statt, wie Karnevalsveranstaltungen, Bälle, Theater und Konzerte, um nur ein paar zu nennen.
Neben dem praktischen Nutzen einer so großen Einrichtung gab es aber noch etwas viel Einprägsameres, welches den Menschen in Mayen und Umgebung auch nach so vielen Jahren noch im Gedächtnis geblieben ist und was so besonders ist, dass die Erzählungen sogar von Generation zu Generation weitergegeben werden: Die Menschlichkeit. Der Zusammenhalt. Das „Mayen-Jeföhl“. Und genau das konnten wir beim Stück „Sterngarten“ im Alten Arresthaus spüren.
Das „Mayen-Jeföhl“ – Großes Theater auf kleiner Bühne
Ich bin nicht gebürtig aus Mayen, wohne aber schon seit vielen Jahren hier in der Gegend. In Mayen bin ich zur Schule gegangen und auch sonst verbindet mich viel mit dem „Tor zur Eifel“. Den Sterngarten habe ich aber nie besuchen können, da ich bei der Schließung 1979 noch nicht einmal geboren war. Dementsprechend hatte ich gehofft, bei dem Stück etwas mehr über diese Faszination Sterngarten erfahren zu können. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Bereits zu Beginn des Stückes waren wir beeindruckt, wie viele Bürgerschauspieler dabei sind. Bereits die ersten Szenen bescherten uns Gänsehaut, was sich mehrmals während der Aufführung wiederholte.
Dabei war nicht nur vom Sterngarten an sich die Rede, sondern die Zuschauer wurden in die jeweilige Zeit mitgenommen, wie beispielsweise in die Zeit des Zweiten Weltkrieges, was mich sehr berührte.
Die schauspielerische Leistung der Beteiligten war grandios und man merkte ihnen an, dass sie große Freude an dem haben, was sie tun. Wir hatten wirklich viel zu lachen, auch wenn man selbst so wie ich noch nie im Sterngarten war.
Ich hatte das Glück, zwischen ein paar älteren Herrschaften zu sitzen, die scheinbar selbst damals im Sterngarten waren. Man lauscht ja nicht, aber man kann ja auch nicht absichtlich weghören. Und so war es mir eine Freude, bei den Anekdoten vom Sterngarten und seinen Inhabern immer auch die kleinen Geschichten und Kommentare von Leuten aus dem Publikum zu hören, die tatsächlich live dabei waren. So wurde ich sozusagen noch einmal zusätzlich mit in die Vergangenheit genommen.
Die großartigen Schauspieler schafften es mit ihrem grandiosen Stück ein ganz besonderes Gefühl ins Alte Arresthaus zu zaubern. Ich sagte später zu meiner Mama, dass ein richtiger Zauber in der Luft lag, ein „Mayen-Jeföhl“. Man kommt aus der Veranstaltung heraus und ist stolz ein Teil dieser kleinen Stadt in der Eifel zu sein. Und sei es auch als nicht gebürtiger Mayener, sondern „nur“ als Zuschauer der Burgfestspiele oder generell als Gast der Stadt.
Viel Herzenswärme und Begeisterung

Im „Sterngarten“ steckt viel Liebe zum Detail. Das Publikum war nach der Veranstaltung begeistert. Und sogar meine Mama, die eher schwer zu begeistern ist, umarmte die erste Schauspielerin, die ihren Weg kreuzte und bedankte sich. Ich habe auch bereits zwei der Akteure nach der Aufführung wieder gesehen, was mir ein großes Lächeln ins Gesicht zauberte.
Die Akteure brillieren nicht nur durch Schauspiel, sondern den Gast erwartet zudem noch Tanz und Gesang! Ein wahrhaft unvergesslicher Abend!
Allen Mitwirkenden des Stückes möchte ich meinen Dank für diesen wunderbaren Abend und meinen großen Respekt aussprechen!

HIER kommt ihr zur Seite der Burgfestspiele für weitere Infos und Tickets.
Und HIER erzähle ich euch vom Stück „Die Bremer Stadtmusikanten“.
Bis bald in der Eifel – ohne jeden Zweifel🌲🌳

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Ich bin Daniela, Ergotherapeutin und Kräuterpädagogin. Viel Spaß auf Heimathaben!




